Paten berichten

MICHAEL GRASCHITZ

Acht Jahre Patenschaft – Vier Reisen zum Patenkind nach Chauntra

Wie verändert sich eine Patenschaft innerhalb von acht langen Jahren?

In meinem Fall hatte ich das Glück schon bald nach Übernahme der Patenschaft für Tashi, einen damals 7 jährigen Buben, eine Patenreise nach Chauntra mitmachen zu dürfen.

Der erste Besuch verlief noch recht schwierig, zumal Tashi noch nicht Englisch konnte und kaum ein Gespräch möglich war. Aber es war wichtig, den Buben dort besucht und ihn  in seiner Umgebung kennengelernt zu haben.

Zwei Jahre und einige Briefe später war der nächste Besuch schon um einiges leichter. Gegenseitiges Vertrauen wurde aufgebaut, bzw. vertieft. Tashi zeigte mir Plätze, welche für ihn wichtig sind, welche in seinem Leben eine große Rolle spielen. Auch der Besuch während einer Schulstunde wurde so zu einem Erlebnis für uns beide!

Der dritte Besuch war wieder nicht zu vergleichen mit den vorangegangenen.

Wir konnten schon lange Gespräche führen, und ich merkte, dass  es für Tashi etwas Besonderes ist, wenn er Besuch von mir bekommt. Die Möglichkeit einkaufen zu gehen, die Tage gemeinsam verbringen zu könnnen, Tashi das Gefühl vermitteln zu können, wirklich für ihn da zu sein war für uns beide ein sehr bereicherndes Erlebnis.

Oft ist es aber auch schwierig über die Zeit hinweg, aus dem Alltag heraus, Kontakt zu halten. Briefe werden vielleicht seltener, oder Antworten dauern lange.

In so eine Phase der Patenschaft kam mein vierter Besuch in Chauntra gerade richtig!

Vor mir stand ein sechzehnjähriger Bursche, mit echter Freude mich wieder zu sehen. Schon die Begrüßung verlief sehr herzlich, und in den folgenden Tagen wurde viel miteinander geredet und gemeinsam unternommen.

Zum ersten Mal haben wir auch gemeinsam über die Zukunft gesprochen, wenn er die Schule in Chauntra in zwei Jahren verlassen muss. Natürlich denkt man sich als Pate nach vielen Jahren der Unterstützung, „hoffentlich wird der Bub einen  Weg einschlagen, welcher ihm das Leben erleichtern wird!“

Es ist sehr interessant mitzuerleben wie ein junger Bursch sich seine Zukunft vorstellt, und wenn wie in meinen Fall Tashi Lehrer für tibetische Sprache werden möchte, macht es mich schon ein wenig froh und auch stolz, einen jungen Menschen eine Ausbildung ermöglicht zu haben.

Meine Unterstützung für Tashi wird sicherlich über seine Schulzeit hinaus gehen, und ihn auf seinem weiteren Weg so weit wie es  möglich ist zu helfen.

So ist Patenschaft keine „Sackgasse“ welche mit Ende der Schulausbildung endet.

Gemeinsam mit meinen Patenkind in die Zukunft zu gehen, ist eine große Herausforderung welche einen unglaubliche Bereicherung für das eigene Leben darstellt!

 

 

 

 

 

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Christl mit Migmar

CHRISTL BEYWEISS

Mein Name ist Christl Beyweiß und ich war eine der ersten Kärntner Paten im TCV Kinderheim in Chauntra.

Im November 2005 las ich in einer Zeitung einen Artikel über das tibetische Kinderheim in Chauntra. Nach einem Gespräch mit Frau Eiselt entschied ich mich, ein tibetisches Kind zu unterstützen. Zwei Wochen später bekam ich den Lebenslauf von Migmar zugeschickt.

In einer Gruppe ist er als sechsjähriges Nomadenkind über die Berge des Himalaya nach Indien geflüchtet. In seinem ersten Brief zeichnete er auch spitze Berge, Nomadenzelte, Yaks und stellte sich mit „my name is…“ vor.

2007 besuchte ich das erste Mal das Kinderheim Chauntra. Als ich ankam und nach Migmar fragte, sagte mir Mrs. Tenzin: „Hier sitzt er und wartet schon seit drei Stunden“ – seit diesem Augenblick gehören wir im Herzen zusammen!

Nun war ich heuer im September zum fünften Mal in Chauntra – bei Migmar und bei diesen wundervollen Kindern und Betreuern.

Es hat sich seit meinem ersten Besuch im Heim vieles zum Positiven geändert (zum Großteil durch viele zusätzliche Spenden). Das Budget für Anschaffungen ist sehr knapp und es können nur die wichtigsten Dinge davon finanziert werden.

Migmar ist ein sehr guter Schüler und in einem Jahr kommt er in eine andere Schule und ein anderes Heim. Wohin, wissen wir noch nicht. Was aber bleiben wird sind die Briefe, manchmal ein kleines Mail und die Liebe in unseren Herzen.

Ich werde, solange Migmar meine Hilfe braucht, für ihn da sein.

Aber auch den anderen Kindern in Chauntra werde ich,  so gut es geht, immer helfen.

 

 

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Monika mit Karma Sonam

MONIKA KOLM

Mein Name ist Monika und ich möchte euch von meiner ersten Patenreise zu meinem Patenkind Karma Sonam nach Chauntra in Indien berichten.

Als Barbara 2013 von einer möglichen Patenreise nach Indien sprach, wuchs in mir der Wunsch, einmal mein Patenkind zu sehen bzw. in die Arme zu schließen. Nach einigen Besprechungen und dem Buchen des Fluges von Wien nach Delhi stand es fest – Indien ich komme. Was nehme ich mit? Womit hat er Freude? Wie wird es sein, ihm gegenüberzustehen? Versteht er mich? ………. Das waren die Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Ich hatte Angst!

Als wir von Delhi nach Chauntra aufbrachen, war ich zu müde um wirklich nachzudenken. Doch dann im TVC-Kinderheim angekommen, kamen alle meine Fragen und Bedenken wieder zum Vorschein. Wird er mich erkennen und werde ich ihn erkennen? Doch als ich ihn sah, schüchtern und selbst keine Ahnung wie er reagieren sollte, da gab es für mich nur noch eines – ihn einfach umarmen! Mir rannen die Tränen herunter und ich habe auf ihn in Englisch eingeredet! Jetzt im Nachhinein betrachtet, habe ich keine Ahnung ob er mich verstanden hat, aber wir hätten uns auch ohne Worte verstanden!

Wir wurden von allen (Kindern, Lehrern und der Leitung) so herzlich empfangen und ich hatte das Gefühl, einfach dazuzugehören. Durch eine Kulturdarbietung der Kinder bzw. Jugendlichen, lernten wir die verschiedenen Trachten und Tänze der Tibeter, kennen. Karma Sonam wich nicht von meiner Seite und er beobachtete mich ganz genau. Am zweiten Tag gingen wir mit den Patenkindern zum Einkauf. Welch ein Erlebnis!!!!!!!! Noch nie hat mir ein Kind gesagt, wenn ich ihm 10 Unterhosen kaufen will – 10 sind zu viel, es braucht nur 2 Stück! Wir alle waren total aufgedreht und nach dem Einkaufsbummel zufrieden – denn die Kinderaugen leuchteten! Es ist schön, wenn man mit so wenig – Freude bereiten kann!

Leider kam auch der letzte Tag und mit ihm der Abschied! Darüber möchte ich nicht viel sagen, denn es tat so weh! Mir, Karma Sonam und auch allen anderen!

Die Zeit, die ich mit Karma und all den anderen Kindern verbringen durfte, war ein wunderschönes Erlebnis und ich bin überzeugt, dass ich wieder nach Chauntra fahren werde!

 

 

Eva mit Yangzom

Eva mit Yangzom

EVA GROLLITSCH

Barbara war eine Arbeitskollegin von mir in der Gailtalklinik und hat mich 2010 zu einer Patenreise nach Chauntra mitgenommen. Dort lernte ich das 6jährige Mädchen Yangzom , das noch in den Kindergarten ging kennen und habe mich spontan für diese Patenschaft entschieden. Es war wohl eine glückliche Fügung unserer beider Schicksale. Yangzom hat sich inzwischen gut im Heim integriert, lernt brav in der Schule Englisch und schreibt auch Briefe. Aber ein persönlicher Besuch sowie heuer, kann die Beziehung besser vertiefen. Ich hoffe noch öfters dem Kinderdorf in Chauntra eine Besuch abstatten zu können und freue mich über die Fortschritte (Waschmaschinen und Decken) die auch von den Hausmüttern gerne angenommen werden.

 

 

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Adi mit Tsering und Mingma

ADELHEID PACHER

Ich habe 2011 erstmals von der Gailtaler Privatinitiative zugunsten der Kinder in der TCV Schule Chauntra erfahren und mich spontan entschlossen auch eine Patenschaft zu übernehmen. Die Möglichkeit ein Kind schulisch zu unterstützen und damit auch ein „Danke“ an ein Leben zu sagen, das mir die Wunschausbildung und vieles mehr ermöglicht hat, schien überfällig. Mit meiner 13-jährigen Tsering bin ich seither in Kontakt und habe von ihr Fotos, Zeichnungen und kleine Nachrichten aus einer mir fremden Welt erhalten. Als ich ankündigte, sie im September 2014 in Chauntra besuchen zu wollen, erhielt ich einen weiteren Brief. Tsering nahm darin in wenigen Zeilen Bezug auf den Tod ihrer Mutter und die Überzeugung, die Verstorbene habe dafür gesorgt, dass ich mich an deren Stelle um sie kümmern werde. Welchen Schmerz das Mädchen in sich trägt und was die Patenschaft für sie bedeutet, hatte ich bis dahin nicht geahnt. Berührt vom Vertrauen des Kindes blickte ich unserer ersten Begegnung mit Spannung entgegen.

Tsering ist mit einem Lächeln auf mich zugegangen. Vieler Worte bedurfte es nicht, um Vertrautheit zwischen uns herzustellen und uns in der Nähe des anderen auf selbstverständliche Weise wohl zu fühlen. Gleichzeitig war ich auch überwältigt von der Herzlichkeit und Sympathie, mit welcher wir in der TCV Schule empfangen wurden. Bereitwillig und ohne Vorbehalte wurden von Yangkyi alle Fragen beantwortet. Die Lieder und Tänze in traditionellen farbenfrohen Trachten, welche die Schülerinnen und Schüler uns am ersten Abend präsentierten, haben gezeigt, dass die Ausbildung der Kinder nicht nur die Grundlage für deren künftiges Leben sein soll sondern auch gewährleistet, dass die tibetische Kultur in und mit ihnen im Exil weiterlebt. Als ich von Yangkyi hörte, dass über 100 Kinder noch keinen Paten haben, entschloss ich mich zu einer weiteren Patenschaft.

Mingma ist 7 Jahre alt, wurde in Nepal geboren und hat uns mit seiner Lebendigkeit und Lebensfreude alle überrascht. Als er mir vorgestellt wurde, war ihm anzusehen, dass er nicht einzuordnen wusste, wie ihm geschieht und was die fremde Frau von ihm will. Nachdem er aber beim gemeinsamen Einkaufen in Bir begriffen hatte, dass er persönliche Wünsche äußern darf, taute er auf. Bereits wenige Stunden nach dem ersten Zusammentreffen sang er vor der Reisegruppe und den anderen Kindern ein kurzes Lied, hat ohne Aufforderung am Nachmittag sein neues Gewand angezogen und mit den anderen Kindern für die daheim gebliebenen Sponsoren bereitwillig gezeichnet. Meine Fotos zeigen strahlende Kinderaugen und einen selbstbewussten Buben, der weiß was er will und seinen Weg gehen wird. Tsering hat sich – wie ich anfangs meinte –für sich zwei bunte Ketten ausgesucht und mir eine davon später aber um mein Handgelenk gewickelt, während sie ihre um den Hals legte. Ich habe von meiner Patentochter eine tibetische Mala als Symbol unserer Verbundenheit erhalten und bin darauf sehr stolz. Bereits am Vorabend unserer Abreise hat sie geweint und war kaum zu beruhigen. Der Abschied von den Patenkindern fiel nicht nur mir sehr schwer. Es war einige Zeit ganz still auf der Weiterfahrt nach Dharamsala.

Eine Warnung für Patenreisen gibt es noch nicht, wäre aber notwendig: sie machen nämlich süchtig und wecken Sehnsüchte, weil ein Teil des Herzens in Indien bleibt, aus Fremden Freunde werden und die Verbundenheit zu den Kindern eine andere Dimension erhält. Wann immer ich Zeitfenster habe, schaue ich mir Fotos und Videos der Reise an. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bei allen, die diese Erlebnisse mit mir teilten und die ich als ideale Reisegefährten nur weiterempfehlen kann.

 

 

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Yangchen und Pema

MONIKA und ARMIN WALTER

Anfang 2006 wurden wir durch meine Mutter darauf aufmerksam gemacht, für tibetische Kinder eine Patenschaft zu übernehmen. Zuerst waren wir noch skeptisch, dann wurden wir kurzfristig mit dem Schicksal der kleinen Yangchen konfrontiert. Nachdem eine bereits zugesagte Patenschaft nicht zu Stande gekommen ist, haben wir uns spontan entschlossen, als Paten einzuspringen. Das haben wir bis zum heutigen Tag auch nicht bereut. In der Zwischenzeit ist Yangchen 16 Jahre alt und hat nicht nur die Flucht über den Himalaya gut überstanden, sondern in Chauntra auch ein liebevolles zu Hause gefunden.

2014 ist unsere Familie nochmals größer geworden. Pema ist erst 6 Jahre alt und wurde bereits in Indien geboren. Sie hat in Yangchen eine „große Schwester“ gefunden, die ihr die erste Zeit im Kinderheim erleichtert hat.

Es ist uns eine Freude zu sehen, wie Yangchen zu einer jungen Frau geworden ist und ihr Chancen auf eine Zukunft geboten werden. Besonders gefällt uns, dass wir am Leben unserer Patenkinder teilnehmen können und mit ihnen im regelmäßigen Briefkontakt stehen. Wir haben das Gefühl, dass es auch für Yangchen und Pema wichtig ist zu wissen, dass es auf der Welt Menschen gibt, die an ihrem Leben auch teilnehmen.

Wir hatten die Gelegenheit Frau Yangkyi Tenzin persönlich kennenzulernen und wissen, dass das Heim gut geführt ist und unter den gegebenen Umständen sehr viel für die tibetischen Kinder gemacht wird. Durch die Patenreisen bekommt man noch einmal einen tieferen Einblick in das Leben in Chauntra und die Sicherheit, dass das was man spendet, auch tatsächlich bei den Kindern ankommt.

Für uns und unsere Kinder war diese Entscheidung sicher eine Bereicherung und wir würden es jederzeit wieder machen.

 

 

Agnes

Agnes Ebenberger

AGNES EBENBERGER

Als Patin zweier Kinder bin ich froh, dass auch ich mich auf dieser Seite einbringen darf.

Vor mittlerweile vier Jahren habe ich mich entschlossen, diese Patenschaften zu übernehmen. Da meine Nachbarin Barbara schon ein Patenkind hatte, konnte sie mich auch genauestens über die Schule und das Internat in Chauntra informieren. Nachdem die Patenschaft von Lhapka eine sehr große Bereicherung in meinem Leben war, habe ich mich  bald darauf entschlossen, auch Penpa zu unterstützen.

Ich bin sehr stolz auf meine zwei Patenkinder und freue mich über ihre lebhaften Briefe. Auf diese Weise nehme ich auch ein wenig an ihrem Alltag und Leben teil.

 

 

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Dorli mit Angmo (rechts)

DORLI GALSTERER

Ich habe mit Barbara und einigen anderen Paten in der Gailtal-Klinik zusammengearbeitet. Durch Zufall sah ich in ihrem Büro das Foto eines der kleinen Mädchen aus Chauntra. Spontan entschloss ich mich, für Angmo die Patenschaft zu übernehmen.

Im September 2014 war ich selbst zum ersten Mal zu Besuch bei Angmo.

Ich war sehr aufgeregt und neugierig. Als wir in der Schule ankamen wurden wir gleich ganz herzlich von unseren Patenkindern und Frau Tenzin Yangkyi begrüßt, wie Familienmitglieder, die einige Zeit im Ausland verbrachten.

Angmo ist ein ruhiges Mädchen, man muss sie einfach lieb haben.  Viele Briefe und Packerln wurden in den letzten Jahren zwischen Angmo und mir hin- und hergeschickt, so  waren wir uns beim Kennenlernen schon sehr vertraut. Sie in den Armen zu halten, an der Hand zu nehmen, mit ihr zu beten und gemeinsam zu essen … dies alles war wie ein wunderschöner Traum für mich, der viel zu schnell zu Ende ging.

Auch der Besuch im Kindergarten und den Schulklassen, bei den Hausmüttern… überall wurden wir sehr herzlich begrüßt – es wurde für uns gesungen, getanzt … diese berührenden Eindrücke und strahlenden Kinderaugen werden für immer in meinem Herzen bleiben.

Der Abschied fiel uns allen sehr schwer!

Ich werde auch weiterhin Socken für die Kinder in Chauntra stricken und so auch in Zukunft ein bisschen Wärme in ihr Leben bringen.